Vom 06.12.06 bis zum 04.04.07 arbeite ich im Rahmen meines Studiums in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses in Port Shepstone. Was ich dort und überhaupt in Südafrika erlebe, erfahrt Ihr hier…

Donnerstag, Januar 18, 2007

Eine typische Woche im Krankenhaus

Mir ist aufgefallen, wie wenig ich eigentlich über unsere Arbeit im Krankenhaus schreibe, vermutlich weil sie schon so alltäglich geworden ist. Wir freuen uns aber dennoch auf jeden neuen Tag. Morgens um 8.00 starten wir auf den Stationen mit der Visite (Steffi ist mit auf der ♀-Station und ich auf der ♂-Station) und obwohl es eine chirurgische Visite ist, dauert sie pro Station etwa 2 h. Danach, so gegen 10.00 ist in der Regel ein kurzes Chirurgenmeeting (ganz wichtig: hier gibt’s Kaffeeeeeeee!!!!!), dieses wird Freitags in die Mittagszeit verlegt und es wird dann gemeinsam Mittag gegessen. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört, denn aufgrund der verschiedenen Religionen und Vorlieben der Ärzte ist die Essensauswahl etwas eingeschränkt, meist gibt’s Fisch oder Hühnchen mit Reis. Montags, Mittwochs und Freitags werden den ganzen Tag über größere OPs gemacht. Dazu steht in der Regel nur einer der drei vorhandenen OPs („theatre“) zur Verfügung. In den anderen OPs laufen z.B. gynäkologische (ganz viele Kaiserschnitte) und orthopädische OPs. Notfälle werden täglich operiert. Dienstag werden v. a. kleine Eingriffe unter Lokalbetäubung gemacht und Donnerstags ist chirurgische Sprechstunde. Montags ist Chefarztvisite, mit allen Ärzten, bei allen chirurgischen Patienten (auf unseren zwei regulären Stationen und meist noch auf der Kinder- und Intensivstation). Dienstag finden sich alle Ärzte zu einer Art „Unterricht am Krankenbett“ ein. Ansonsten lädt die „Casualty“ (Notaufnahme) rund um die Uhr zum „Verweilen“ ein, dort kann man eigentlich immer aktiv werden. Nachts und am Wochenende kann man sich auch im OP oder der Notaufnahme einfinden, dann ist auch Zeit, um vieles ein bisschen genauer zu erklären. Fragt einfach, wenn Ihr etwas genauer wissen wollt.

Guckt mal unser handliches Blutdruckmessgerät an:
















Oder diese selbst gebastelte Tafel. Denn wie bei uns, wissen die meisten Patienten zwar wie ihre Medikamente aussehen, nur eben nicht wie sie heißen, und da finde ich das doch eine tolle Idee.