Laengs durch Suedafrika
Zur Zeit befinde ich mich mit Hanno und Bjoern auf einer rund dreiwoechigen Reise durch Suedafrika. Naechste Woche werde ich vom ersten Teil unserer Reise berichten.
Sonnige Gruesse!!!
Vom 06.12.06 bis zum 04.04.07 arbeite ich im Rahmen meines Studiums in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses in Port Shepstone. Was ich dort und überhaupt in Südafrika erlebe, erfahrt Ihr hier…
Zur Zeit befinde ich mich mit Hanno und Bjoern auf einer rund dreiwoechigen Reise durch Suedafrika. Naechste Woche werde ich vom ersten Teil unserer Reise berichten.
Wir sind jetzt Open Water Diver! Wahnsinn, welch eine wunderschöne Welt sich offenbart, wenn man erstmal seine Angst überwunden hat und dann wie schwerelos am Meeresboden entlang schwebt. Einzigartige, wunderbare Ansichten, ungewohnte Geräusche, eine absolut beruhigende Atmosphäre – ein unbeschreibliches Gefühl. Die folgenden Fotos können das, v. a. farblich, nicht ansatzweise rüberbringen.







Mir ist aufgefallen, wie wenig ich eigentlich über unsere Arbeit im Krankenhaus schreibe, vermutlich weil sie schon so alltäglich geworden ist. Wir freuen uns aber dennoch auf jeden neuen Tag. Morgens um 8.00 starten wir auf den Stationen mit der Visite (Steffi ist mit auf der ♀-Station und ich auf der ♂-Station) und obwohl es eine chirurgische Visite ist, dauert sie pro Station etwa 2 h. Danach, so gegen 10.00 ist in der Regel ein kurzes Chirurgenmeeting (ganz wichtig: hier gibt’s Kaffeeeeeeee!!!!!), dieses wird Freitags in die Mittagszeit verlegt und es wird dann gemeinsam Mittag gegessen. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört, denn aufgrund der verschiedenen Religionen und Vorlieben der Ärzte ist die Essensauswahl etwas eingeschränkt, meist gibt’s Fisch oder Hühnchen mit Reis. Montags, Mittwochs und Freitags werden den ganzen Tag über größere OPs gemacht. Dazu steht in der Regel nur einer der drei vorhandenen OPs („theatre“) zur Verfügung. In den anderen OPs laufen z.B. gynäkologische (ganz viele Kaiserschnitte) und orthopädische OPs. Notfälle werden täglich operiert. Dienstag werden v. a. kleine Eingriffe unter Lokalbetäubung gemacht und Donnerstags ist chirurgische Sprechstunde. Montags ist Chefarztvisite, mit allen Ärzten, bei allen chirurgischen Patienten (auf unseren zwei regulären Stationen und meist noch auf der Kinder- und Intensivstation). Dienstag finden sich alle Ärzte zu einer Art „Unterricht am Krankenbett“ ein. Ansonsten lädt die „Casualty“ (Notaufnahme) rund um die Uhr zum „Verweilen“ ein, dort kann man eigentlich immer aktiv werden. Nachts und am Wochenende kann man sich auch im OP oder der Notaufnahme einfinden, dann ist auch Zeit, um vieles ein bisschen genauer zu erklären. Fragt einfach, wenn Ihr etwas genauer wissen wollt.

Am Wochenende ging es los mit unserem Tauchkurs (8h + 6h). Ne Menge Theorie und dann durften wir im Freibad unsere ersten Versuche starten. Wir haben eine sehr liebe Schweizerin als Tauchlehrerin. Da waren dann erstmal ganz viele Schaulustige und die Kinder versuchten mit uns um die Wette zu tauchen und alle wollten mal alles anfassen und ob man an den bunten Schläuchen und Flossen auch ziehen kann?


Hey, unsere Weihnachtspost ist angekommen! Aber in Anbetracht der Tatsache, dass sie über 10.000 km zurücklegen musste, ist das ja schon ganz gut. Sehr schön fand ich auch die fast perfekt runde Form von Steffis Paket „found damaged and open“.


Seit Neujahr wimmelt es bei uns im Krankenhaus von neuen Ärzten, die neuen „Interns“ sind da. Also Ärzte frisch von der Uni. Und auch im Chirurgenteam tut sich dadurch einiges. Einige gehen weg und andere kommen, die Rangliste im OP wird neu gemischt und da haben wir uns sehr gefreut, dass auch wir uns doch schon einen festen Platz im Team erarbeiten konnten. Aufgrund einiger Famulaturen können wir ja im praktischen Jahr schon einige grundlegende Sachen, während ein südafrikanischer Medizinstudent noch keinerlei chirurgische Praxis im Studium hat. Und so steht uns auch ein spannendes Wochenende bevor, denn wir haben Rufbereitschaft für den OP.
Sylvester waren wir zur Party im „Spot“ eingeladen – das ist das Hostel, wo wir die erste Woche verbracht haben. So kamen wir umgeben von Menschen aus aller Welt gut ins neue Jahr. Neujahr haben wir natürlich erstmal ausgeschlafen. Und dann haben wir Patrick zu uns eingeladen und er hat uns ein bisschen gezeigt wie man Zulu-Essen kocht. Und dann haben wir feststellen können, wie verbohrt manche Weiße (unsere Vermieter) sein können, wenn sie einen „Black“ in nächster Nähe haben. Da haben sich doch Ina und Collin samt Verwandtschaft leider gleich ganz distanziert verhalten, obwohl sie sonst so herzlich sind.
Heute haben wir uns in unserem unstillbaren Naturerforschungsdrang ins Umtamvuna-Reservat gewagt. Ein felsig-steiler Uferwald mit vielen Bächen, getaucht in ein Konzert aus unzähligen Vogel- und Zikadenstimmen. Große Tiere gab es nicht, dafür Spinnen umso mehr, je länger man stand, desto mehr sah man, besonders häufig die seltsam geformten „kite-spiders“, die Juliane im Detail festhalten wollte. Nichts für mich als Arachnophobiker. Schon auf dem Rückweg, wurden wir dann doch von einem flüchtenden Urzeit-Viech (gut 1,50 m lang!) überrannt. „Varanus niloticus“ sagt Julianes schlaues Buch, größte afrikanische Echse. (Steffi)

