Vom 06.12.06 bis zum 04.04.07 arbeite ich im Rahmen meines Studiums in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses in Port Shepstone. Was ich dort und überhaupt in Südafrika erlebe, erfahrt Ihr hier…

Montag, Dezember 18, 2006

Zwischen Paradies und Wahnsinn

Am Freitag wurden wir von unseren Vermietern ( Ina & Colin) zum „Braai“ eingeladen. Man versammelt sich rund um einen Grill und während das Essen vor sich hin brutzelt, wird gequatscht und getrunken.

Am Samstag waren wir im „Lake Eland Game Reserve“. Das ist ein wunderschöner Nationalpark, gleich bei uns in der Nähe. Wir konnten viele Tiere beobachten: Giraffen, Zebras, Springböcke, Touristen, Gnus, Antilopen, bunte Vögel u.v.m..

Samstagnacht haben wir in der Notaufnahme verbracht. Wie schon erwähnt steigt hier in der Dunkelheit die Anzahl der zwischenmenschlichen Nichtnettigkeiten sprunghaft an und der Laden brummte. Wir haben in den paar Stunden sehr viel beigebracht bekommen – die 3 Ärzte dort handelten wirklich nach dem Prinzip „See one, do one, teach one“. Wir haben einige Stichwunden versorgen können, haben bei der Reponierung von gebrochenen Knochen helfen können, beim Eingipsen und natürlich haben wir auch viel zugeguckt. Denn die Diagnostik läuft hier doch recht klinisch ab, d. h abhängig von den Symptomen, und da wird man in Deutschland nicht so geschult. So gibt es z. B. i. d. R. keine Apparatediagnostik bei Stichwunden in den Bauch oder Rücken. Die angerichteten Schäden werden anhand der Symptome festgemacht. Also kein CT, kein Ultraschall, nur die nötigsten Laborwerte. Bei Knochenbrüchen wurde dann aber doch meist geröntgt.
Die eingelieferten Fälle waren recht vielfältig: Opfer von Überfällen, Vergewaltigungen und Autounfällen. Es waren viele Stichwunden im Gesicht zu behandeln, einige Schusswunden gabs auch wieder. Aber es kamen auch ganz „normale“ internistische Notfälle und wir haben zum ersten Mal ne ausgeprägte Meningitis gesehen. Faszinierend war wirklich, welch ein breites Wissensspektrum die doch recht jungen Ärzte hatten.

Vielleicht noch ein Wort zu Trompetenvögeln (?). Nein, hier wird man nicht angenehm von Vogelgezwitscher geweckt. Die Vögel machen hier richtig Krach. Mit einer Mischung aus Krähengekrächze und Elefantengetröte rauben uns diese Monstervögel in aller Frühe unseren Schlaf. Foto folgt.

Unser Krankenhaus:
















Lake Eland Game Reserve: